Sehenswürdigkeiten

STADTGEMÄUER UND WASSERTOR

Anfang des 18. Jahrhunderts fing der Bau der Mauern der Osijeker Festung an – auf Kroatisch wird sie Tvrđa genannt und hat die Form von einem großen ungleichmäßigen Stern. Nachdem die Bauarbeiten im Jahr 1722 beendet waren, wurde Tvrđa als eine der größten und modernsten militärischen Festungen in Mitteleuropa bekannt.

Die Gebäude innerhalb der Gemäuer wurden fast ausschließlich im Barockstil gebaut und in die Stadt führten vier Tore. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die alten Gemäuer leider abgerissen. So existiert heute neben der Drau nur ein kleinerer Teil der Gemäuer mit dem Wassertor und dem Wasserturm sowie der größte Teil der Kronenfestung am linken Drauufer.

Die Osijeker Gemäuer wurden größtenteils als Abwehr vor einem möglichen neuen Angriff der Armee des Osmanischen Reiches gebaut, die Osijek zwischen den Jahren 1526 und 1687 unter Besatzung hielt. Den Bau der Gemäuer führte der General Johann Stephan von Beckers und noch heute glaubt man, dass seine Leiche nach dem Tod in die Gemäuer neben dem Wassertor eingemauert wurde.

Interessant ist eine Anekdote darüber, wie der Kaiser Josef der Zweite nach Sonnenuntergang in Tvrđa einreisen wollte. Während seines ersten Besuches im Jahr 1768 kam der Kaiser nämlich nach dem Sonneuntergang zur Stadt, aber das Stadttor durfte nachdem die Sonne unterging nicht einmal für ihn geöffnet werden. Deswegen wurde ihm eine Unterkunft in der Oberstadt (Gornji grad) in dem Gasthaus „K šaranu“ (dt. „Zum Karpfen“, an der Stelle des heutigen Esseker Zentrums) angeboten.

GENERAL-KASERNE – UNIVERSITÄTSREKTORAT

Im Jahr 1726 wurde auf dem Platz der Hl. Dreifaltigkeit in der Festung das monumentale renaissance-barocke Gebäude der General-Kaserne gebaut. Das Gebäude wurde, wie der Name schon andeutet, im Auftrag vom großen Feldherren der Habsburgermonarchie, dem Prinzen Eugen von Savoyen gebaut und wurde von der kaiserlichen Armeeverwaltung in Ostkroatien (Slawonien und Syrmien) genutzt. Seit 1975 ist das Gebäude unter dem Namen Rektorat der J.-J.-Strossmayer-Universität bekannt, benannt nach Josip Juraj Strossmayer, einem kroatischen Bischof und dem Gründer der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Zagreb.

Die Tradition der Hochschulbildung in Osijek besteht schon seit 1707 und heute ist die Universität in Osijek mit ihren 17 Fakultäten und Abteilungen eines der wichtigsten wissenschaftlichen Zentren in Kroatien. Nachdem sie zum Studium nach Osijek umziehen, erfreuen sich die Studenten wahrscheinlich sehr der Tatsache, dass die Festung mit einer Reihe von Gaststätten das Zentrum des städtischen Nachtlebens und der Unterhaltung ist. Das war sie auch Anfang des 18. Jahrhunderts, nur waren damals dort am häufigsten Soldaten zu Gast. Interessant ist, dass das Gebäude der General-Kaserne gemeinsam mit der naheliegenden Statue der Hl. Dreifaltigkeit auf dem 200 Kuna Geldschein abgebildet ist.

PFARRKIRCHE ZUM HL. ERZENGEL MICHAEL

Gleich nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft Ende des 17. Jahrhunderts wurden viele Moscheen in Osijek wieder in katholische Kirchen umgewidmet. Eine von ihnen ist auch die Pfarrkirche zum Hl. Erzengel Michael. Diese Barockkirche bauten die Jesuiten von 1725 bis 1748 und heute dominiert sie mit ihren zwei 47 Meter hohen Türmen das Panorama der Festung. Ihre Glocken läuten noch heutzutage jeden Tag um 11 Uhr und erinnern an den Moment der Befreiung von den Türken am 29. September 1687. Das Bild am Hauptaltar zeigt gerade dieses Ereignis. Interessanterweise haben die Einwohner von Osijek mit der Zeit den wahren Grund des Glockengeläutes um 11 Uhr vergessen und sich ihre eigene Deutung folgendermaßen ausgedacht: Freitags nämlich wurden die beliebten Knödel erst nachdem "die Kirchen so sagten" vorbereitet, damit das Mittagessen bis Mittag fertig war. Diese elfte Stunde am Freitag benannten sie "Knödel-Stunde".

Am Platz vor der Kirche sind mit gelben Ziegelsteinen die Fundamente der ehemaligen türkischen Kasim Pascha Moschee abgezeichnet und im Zentrum des Platzes steht die Statue des Hl. Johannes Nepomuk, Schutzpatrons gegen Wassergefahren. Da Osijek oft dem täuschenden Charakter der Drau ausgesetzt war, befinden sich Statuen dieses Patrons an mehreren Stellen in der Stadt.

KIRCHE DER HL. KREUZERHÖHUNG

Im Jahr 1732 errichten die Franziskaner in der Festung das Barockkloster und die Kirche der Hl. Kreuzerhöhung und zwar auf den Fundamenten von drei ehemaligen Bethäusern: der romanischen und gotischen Kirche und der türkischen Moschee. Den Hauptaltar ziert die Statue der Muttergottes von Osijek, die im 18. Jahrhundert vor dem Aufstand von Rákoczi aus dem südungarischen Wallfahrtsort Maria Jud gerettet wurde. Angeblich verlangen die dortigen Franziskaner noch heutzutage die Statue zurück.

Dennoch ist der Altar des Hl. Antonius von Padua den Einwohnern von Osijek am liebsten. Gerade deshalb findet seit 1727 an seinem Todestag, dem 13. Juni, in der Festung die Kirchweih („kirvaj“) statt. Auf dem großen Straßenfest kann jeder etwas für sich finden, von Spielzeug bis zu Handarbeiten. Besonders tun sich Marktstände hervor, mit handgemachten Kerzen und Honigprodukten, beispielsweise den traditionellen kroatischen Lebkuchen "licitar", die sich auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes befinden.

PLATZ DER HL. DREIFALTIGKEIT

In der Festung auf dem Hauptplatz sticht die Statue der Hl. Dreifaltigkeit hervor. Sie wurde 1729 als Votivstatue errichtet, damit die Pest, die die Stadt mehrmals verwüstet hatte, nie wieder zurückkehrt. Die Legende wiederum sagt, dass die Einwohner von Osijek in großer Zahl kleine sympathische Tierchen in der Stadt angesiedelt hatten, die Ratten und somit auch die Pest aus der Stadt verjagten. Diese kleinen Tierchen waren Marder. Viele meinen, diese Statue sei die schönste Barrockstatue in Kroatien. Ähnliche Votivstatuen befinden sich in vielen Städten und Dörfern in Slawonien und Baranja sowie in der ganzen einstigen Österreichisch-ungarischen Monarchie.

In der östlichen Ecke des Platzes befindet sich das Gebäude der Hauptwache mit dem Anfang des 18. Jahrhunderts gebauten Wachtturm. Heute befindet sich in dem Gebäude die archäologische Abteilung des Museums von Slawonien. Vor dem Museum steht ein uralter Ginkgobaum, der Überrest eines einstigen großen Parks. In der entgegengesetzten westlichen Ecke des Platzes befindet sich die Musikschule Franjo Kuhač. Geboren in Osijek wurde Kuhač in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Sammler slawischer Nationalmusik bekannt. Durch seine Untersuchungen bewies er, dass die weltbekannten Komponisten Ludwig van Beethoven und Joseph Haydn in ihren Werken oft Elemente der kroatischen traditionellen Musik verwendet hatten. Interessant ist, dass Haydns Melodie der heutigen deutschen Hymne von dem alten kroatischen Lied "Stal se jesem rano jutro malo pred zoru" aus dem Zwischenmurland und dem österreichischen Burgenland stammt.

EUROPA-ALLEE

Osijek ist besonders bekannt für seinen Jugendstil, der sehr populär in der ganzen einstigen Österreichisch-ungarischen Monarchie war. Prachtvolle Paläste in der Europa-Allee, heute größtenteils prachtvolle Büroräume, wurden am Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil der sog. Wiener Secession gebaut, während der größte von ihnen, der Postpalast, im ungarischen Secessionsstil erbaut wurde. In der gleichen Straße befindet sich eine Reihe von klassizistischen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert mit dem monumentalen Justizpalast.

Von allen Häusern in dieser Straße ist das Museum der bildenden Künste das wahrscheinlich meistbesuchte. Sein Fundus beinhaltet eine große Menge an Kunstgemälden und Skulpturen und einige der interessantesten Bilder sind Bildnisse slawonischer Adelsfamilien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und romantische Landschaften von Slawonien und Baranja, Werke des Gründers der Osijeker Zeichenschule Hugo Conrad Von Hötzendorf und seines Schülers Adolf Waldinger.

KONKATHEDRALE DER HL. PETRUS UND PAULUS

Nach der Initiative des Bischofs Josip Juraj Strossmayer begann 1894 der Bau der Kirche der Hl. Petrus und Paulus, der Konkathedrale des Erzbistums Đakovo-Osijek. Die Einwohner von Osijek sie einfach nur "Kathedrale". Nach Abriss einer älteren Barockkirche wurde ihr Bau in nur vier Jahren vollendet und somit ist ohne ihren 90 Meter hohen Glockenturm, den zweitgrößten Kroatiens und Südosteuropas, das Panorama von Osijek unvorstellbar. Sie wurde im neugotischen Stil aus rotem Fassadenziegel gebaut und die Baumeister waren die deutschen Architekten Franz Langenberg und Richard Jordan. Die Wandfresken wurden vom bekannten kroatischen Maler Mirko Rački entworfen. Die Kirche hat fünf Glocken. Die größte und gleichzeitig drittgrößte Glocke Kroatiens, mit einer Masse von 2,5 Tonnen, ist den Hl. Petrus und Paulus gewidmet und befindet sich im Hauptturm oberhalb der Uhr. Während des Kriegs und der Angriffe der jugoslawischen Armee wurde die "Kathedrale" mehr als hundert Mal getroffen und ihre Reparatur dauert noch immer. Interessanterweise befindet sich in Köln die etwas neuere Herz Jesu-Kirche, die fast eine Kopie der Kathedrale in Osijek ist.

EURODOM UND DIE TRAURIGE KAPELLE

Südlich der Osijeker Festung befindet sich das Einkaufs- und Kulturzentrum Eurodom. Dieser Glaswolkenkratzer, von den Einwohnern von Osijek auch „Zwillingstürme“ genannt, ist 61 Meter hoch und ist, nach dem Hotel Osijek (62 Meter) und der Kathedrale (90 Meter), das dritthöchste Gebäude in der Stadt und im mittleren Donaugebiet. Das Gebäude steht an der Stelle des alten Arbeiterheims, eines monumentalen, multifunktionellen Gebäudes vom Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Man vermutet, dass es zur Stärkung der Verbindung mit dem Dritten Reich gebaut wurde, als die Stadt unter Besatzung im Zweiten Weltkrieg stand. Es ist noch interessanterer zu wissen, dass der Grundstein für den Arbeiterheim am 14. April 1942 gelegt und die Stadt am selben Tag 1945 befreit wurde.

Neben Eurodom befindet sich die „Traurige Kapelle“, ein kleinerer Barockbau aus dem Jahr 1780, der für die Legende über „Osijeker Romeo und Julia“ bekannt ist. Anfang des 18. Jahrhunderts würde nämlich ein junger Mann wegen Diebstahls zum Tode verurteilt – er beging den Diebstahl jedoch nicht, verschwieg dies aber, um die Ehre seiner Geliebten zu bewahren.

KINO URANIA UND KINO EUROPA

Im Herzen der Oberstadt befinden sich zwei alte Kinosäle, die durch den romantischen Shakuntala Park getrennt sind. Kino Urania wurde 1912 und Kino Europa 1939 errichtet. Kino Europa, in dem heutzutage gelegentlich Filmprojektionen und verschiedene Kulturereignisse stattfinden, wird von vielen für eines der schönsten Werke moderner Architektur in Osijek gehalten. Kino Urania ist, nach Expertenmeinung, eines der erfolgreichsten Jugendstilgebäude in der Stadt und der Umgebung. Das Kino wurde angeblich nicht nur für Aufführungen, sondern auch für die Freimaurerloge „Budnost“ gebaut. Das Gebäude hat viele symbolische Elemente, die man auch an der Fassade bemerken kann – von der Pyramidenform bis zum Sphinx Relief, das die Hüterin des „Tempels“ darstellt.

HÄNGEBRÜCKE UND JUGENDSTILBRUNNEN

Das wahrscheinlich meistgebrauchte Motiv an Ansichtskarten von Osijek ist der Blick auf die Stadt vom linken Drauufer mit der Fußgänger-Hängebrücke und dem Glockenturm der Kathedrale, sowie dem Hotelglasturm im Hintergrund. Die „Jugend-Brücke“ wurde 1980 gebaut und ist heute sehr beliebt unter Verliebten, die Liebesschlösser an das Brückengeländer hängen. Sie glauben, dass ihre Liebe unvergänglich bleibt, solange der Schlüssel tief auf dem Grunde des Flusses liegt.

An der Draupromenade zwischen der Hängebrücke und dem Winterhafen befindet sich noch ein Symbol der Stadt Osijek – ein großer Jugendstilbrunnen, das Geschenk der gräflichen Familie Pejačević an Osijek aus dem Jahr 1903.

GESPANSCHAFTSSTRAßE (ŽUPANIJSKA STRAßE)

Südlich des Hauptplatzes erstreckt sich die Županijska Straße (dt. Gespanschaftsstraße). In dieser Straße befinden sich zwei wichtige Einrichtungen: das Gebäude der Gespanschaftsversammlung, sonst Gespanschaftspalast genannt, das 1842 im klassizistischen Stil errichtet wurde und das Gebäude des Kroatischen Nationaltheaters, das 1866 im venezianisch-maurischen Stil gebaut wurde. Zuerst fanden alle Aufführungen in deutscher Sprache statt und seit 1907 werden sie auf Kroatisch gespielt. Rechts von dem Theater erinnert uns eine Gedenktafel daran, dass dort bis zum Zweiten Weltkrieg eine jüdische Synagoge stand.

Weiterhin ist es interessant, bei einem Straßenspaziergang die sgn. „entlaufene“ Kanonenkugel zu suchen. Sie wurde wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts zufälligerweise aus der Festung ausgeschossen und ist im Mauerfuß des Geschpanschaftspalastes stecken geblieben.

KIRCHE DES HL. JAKOBUS UND DIE KAPUCINSKA STRAßE (DER KORSO)

Ganz am Anfang des Korsos, wo der Hauptplatz und die Kapucinska Straße zusammenkommen, stehen die Barockkirche des Hl. Jakobus Aposteln und das dazugehörige Kapuzinerkloster, die Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut wurden. Obwohl ihre Fassade ziemlich einfach ist, ist der Innenraum der Kirche reichlich mit Fresken und Bildern dekoriert, die eine zeittypische Szene darstellen – die Auseinandersetzung zwischen dem Christentum und dem Islam.

Ein Stück die Straße hinab befindet sich das ehemalige Hotel Royal aus dem Jahr 1905. Dieses historizistische Gebäude ist vielleicht am besten für Geschichten über einen seiner treuesten Besucher bekannt, den Räuber Čaruga. Er aß nämlich nur in besten Restaurants und nannte sich selbst „der slawonische Robin Hood“, doch mit einem wichtigen Unterschied – er teilte ungern seine Beute mit den Armen.

Dr.-ANTE-STARČEVIĆ-PLATZ (DER HAUPTPLATZ)

Der Hauptplatz der Oberstadt wurde nach dr. Ante Starčević genannt, einem kroatischen Politiker aus dem 19. Jahrhundert, der in seiner Tätigkeit von der Idee der kroatischen Unabhängigkeit geleitet wurde. Neben seinem Denkmal auf dem Platz befindet sich auch die Lieblingsstatue der Osijeker – die sgn. „Bürgergruppe“, die die Stadteinwohner selbst mit ihren Unterschieden darstellt. Außer der Kathedrale dominieren auf dem Platz zwei Neorenaissance-Gebäude: im Südteil das Gebäude der Gespanschaftsverwaltung, das als Normann Palast aus dem Jahr 1890 bekannt ist und im Westteil das sog. Stadthaus aus dem Jahr 1873. Gegenüber diesem Gebäude, an der Kreuzung des Platzes mit der Ribarska und der Šamačka Straße, steht ein schönes Barock-Eckhaus mit einer kleinen Elephant-Statue an der Fassade. Sie wurde dort vom Osijeker Kaufmann Ivan Leipzig aufgestellt, um Kunden in sein Geschäft mit Waren aus dem fernen Osten zu locken. Möglich ist auch, dass die Statue aus Aberglauben aufgestellt wurde – es wurde (und wird von manchen immer noch) geglaubt, dass eine Elephantstatue Glück bringt, was vorteilhaft war, da man im Geschäft auch ein ungarisches Lottospiel spielen konnte.

Heutzutage ist der Hauptplatz der Lieblingstreffpunkt der Stadteinwohner – sie treffen sich da alltäglich mit Freunden, aber auf dem Platz finden auch große Feiern statt, wie z. B. die Neujahrsfeier – natürlich mit Sekt, großem Feuerwerk und traditionellem Wiener Walzer.

FREIHEITSPLATZ (TRG SLOBODE)

Im Stadtzentrum befindet sich der Freiheitsplatz, ein Teil der Fußgängerzone, die die Straße der Kroatischen Republik mit dem Korso und dem Hauptplatz verbindet. Auf dem Freiheitsplatz steht das wahrscheinlich bekannteste Osijeker Kaufhaus – „Supermarket“, das 1967 geöffnet wurde. Auf der Nordseite des Platzes stehen zwei Denkmäler. In der Passage neben dem Kapuzinerkloster steht die Statue von Franjo Krežma, einem bekannte Osijeker Komponisten und Geigenspieler, der in seiner kurzen Karriere zum Konzertmeister des Bilse Orchesters, des Vorläufers der Berliner Philharmoniker wurde. Das zweite Denkmal wurde zur Erinnerung an den ersten kroatischen Präsidenten dr. Franjo Tuđman, den Gründer der selbstständigen kroatischen Republik errichtet. Leider wurde die Trennung Kroatiens von Jugoslawien vom Krieg begleitet. Daran erinnert das dritte Denkmal im Südteil des Platzes, das 2005 errichtete Denkmal für die Verteidiger und Opfer des Kroatienkrieges. Daneben befindet sich die vierte Statue auf diesem Platz, der beliebte Osijeker „Spaziergänger“, der Schriftsteller August Cesarec.

SCHLOSS PEJAČEVIĆ

Die bekannte kroatische Grafsfamilie Pejačević hatte Besitztümer in ganz Kroatien. Aus dieser Familie stammte die erste kroatische Komponistin Dora Pejačević. Männliche Familienmitglieder waren kroatische Bane, eine Entsprechung zu den heutigen Regierungschefs, und ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss konnte man in der ganzen Österreichisch-ungarischen Monarchie spüren. Nach 1945 waren die einzigen überlebenden Familienmitglieder des Familienkreises aus Našice unter dem Druck der kommunistischen Regierung dazu aufgefordert, Kroatien zu verlassen. In Slawonien hatten sie drei große Schlösser, unter diesen war auch das Schloss im Osijeker Stadtviertel Retfala. Das Schloss wurde Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts im Barock-Klassizismus Stil gebaut. Seit dem Anfang des 20. Jahrhundert ist das Schloss im Besitz der Marien-Schwestern von der wundertätigen Medaille und in einem Teil davon befindet sich heute ein Privatklinikum. Interessante und malerische Beschreibungen des Schlosses und seiner Einwohner kann man in dem bekannten historischen Liebesroman „Vitez slavonske ravni“ von Marija Jurić Zagorka lesen.

KIRCHE MARIA NAMEN (CRKVA PRESLAVNA IMENA MARIJINA)

Eine der prächtigsten Barockkirchen in Osijek befindet sich in der Unterstadt in der Nähe des Drauufers. Die Kirche Maria Namen wurde im Jahr 1732 erbaut. In dieser Kirchengemeinde befinden sich zwei sehr interessante Inventarstücke. Das Erste ist ein orgelähnliches Instrument, ein sog. Positiv aus dem Jahr 1675, hergestellt in Graz. Das Zweite Stück ist die Maria Schnee Statue, Geschenk eines Soldaten, gebaut nach dem Original aus der österreichischen Wallfahrtskirche Mariazell.

In der Nähe der Kirche, westlich die Straße entlang in Richtung Krankenhaus, befindet sich die Kapelle des Hl. Rochus. Sie wurde im Jahr 1744 als Votivgabe von denjenigen Stadteinwohnern erbaut, die die Pest überlebt haben. Neben der Kapelle befinden sich noch eine barocke Votivstatue der Muttergottes und ein wunderschönes einstöckiges Haus mit Arkaden, eines der ältesten Bürgerhäuser in Osijek.

BAN-JOSIP-JELAČIĆ-PLATZ

Der Hauptplatz in der Unterstadt wurde nach dem bekanntesten und beliebtesten kroatischen Ban, dem Baron Josip Jelačić benannt. Im 19. Jahrhundert nahm er bei der Unterdrückung der ungarischen Revolution im Österreich-Ungarischen Reich teil und hemmte gleichzeitig ungarische Bestrebungen nach der Übermacht auf dem kroatischen Gebiet. Auf dem Jelačić-Platz befindet sich das Osijeker Kindertheater und die kleine Kirche der Maria Schnee, die 1898 an der Stelle einer früheren Kapelle im neo-gotischen Stil erbaut wurde. Auf dem Hauptplatz befindet sich außerdem eine ungewöhnliche Statue eines Eis, das in zwei Teile gebrochen ist und den „Geburtsort“ von Osijek symbolisiert. Hier befand sich nämlich von 1. bis 5. Jahrhundert n. Ch. die alte römische Stadt Mursa und heute sind ihre Reste in der archäologischen Abteilung des Museums von Slawonien zu sehen.